Kaum ein Unternehmen spricht gerne darüber, aber es gibt sie: Pinguin Abstrafungen, Bad Link Profile, usw. Wenn eine Seite jahrelang auf besten Positionen rankte und plötzlich komplett die Sichtbarkeit verliert, ist das natürlich bitter. Traffic-Einbußen und Umsatzverluste können dabei bis an die wirtschaftliche Existenzgrundlage gehen. Was also tun? Eric Enge hat bei Searchenginewatch beschrieben, wie lange eine Wiederherstellung des Ausgangsstatus dauern kann und wie viel Arbeit das bedeutet. Aber es geht! Außerdem in diesem Posting ein paar Checklisten und Grundsatz-Artikel, mit denen man eine Google Penalty abarbeiten kann.
Pinguin Penaltys sind nicht endgültig
Das erste positive Learning aus dem SEW-Beitrag lautet: Es geht tatsächlich, dass man sich von Pinguin Penaltys wieder erholt. E. Enge hat dabei selbst Projekte begleitet und zumindest eine Teilwiederherstellung erreicht. Allerdings dauert es einfach seine Zeit. Und es ist wirklich anstrengend.
Drei Regeln für das Vorgehen
Man stelle sich vor, es handelt sich um 1 Million Links (!) von circa 7.000 verlinkenden Domains. Dann kann das bis zu 600 Arbeitsstunden und mehr in Anspruch nehmen. Wer sich da erfolgreich durchackern will, der braucht eiserne Disziplin.
1. Überprüfe wirklich jeden einzelnen Link. Es hilft alles nichts: Wenn das Linkprofil wieder „porentief“ sauber werden soll, muss jeder einzelne Backlink angeschaut werden. Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen… Alle Schlechten müssen gnadenlos entfernt werden.
2. Konzentriere Dich ganz auf Dein Geschäft (und auf nichts anderes). Es nützt nichts, wenn Du Dich ungerecht behandelt fühlst und darüber lamentierst, dass Du das alles nur auf Dich nehmen musst, weil Dritte Dein Business ruiniert haben. Realisiere was jetzt zu tun ist und fokussiere Dich darauf.
3. Sei streng. Das Ganze macht nur Sinn, wenn rigoros nur wirklich gute Links bestehen bleiben. Wer innerlich anfängt, in der Überprüfung schlechte Backlinks „gut“ zu reden, hat schon verloren. Gute Links sind immer eindeutig. Bedenke: Was Du jetzt brauchst, ist eine super cleane Linkbasis.
Der Zeitplan
Ein möglicher Projektplan könnte so aussehen:
| Woche 1 | Team zusammenstellen, Plan entwerfen |
| Woche 2 | Team einweisen |
| Woche 3 – 6 | Beginn des Checks,
Linküberprüfungen, erste Linkentfernungen angehen |
| Woche 7 – 8 | Ausweitung und Komplettierung der Linkentfernungen |
| Woche 9 | Finale Überprüfung |
| Woche 10 | Einreichung des Reconsideration Requests bei Google |
Hol den Pinguin vom Eis
Und wie geht man bei den Einzelschritten vor? E. Enge empfiehlt für die Kontaktaufnahme zur Linkentfernung die gute alte Mail. Nach eventuellen Wiederholungsmails können auch Telefon oder ein Brief per Post weiterhelfen.
Für das konkrete Vorgehen hier weitere Anleitungen aus dem Web und aus unserem Blog:
Linkabbau
So wird man Bad Links wieder los Hilfreiche Tools und eine Anleitung für Linkentfernungen
Checkliste für den Linkabbau im SEO-Handbuch Schritt für Schritt mit Dennis Tippe in elf Punkten zum sauberen Linkprofil. Die Risiken bei schnellem Linkabbau nicht vergessen.
Unnatürliches Linkprofil entdecken Auswertungen mit Pivot Tabellen machen
So entkommst Du Pinguin und Panda
Gegenmittel gegen Pinguin Abstrafung einsetzen Was hilft wirksam gegen Pinguin Probleme? Ein Blick auf Themenrelevanz, Anchortexte…
War es wirklich Pinguin? Oder Panda? Oder..? Erst klären, woran es wirklich liegt: Bevor man einen 600 Stunden Arbeitsplan aufsetzt, sollte nicht die Analyse fehlen, ob es wirklich an einer Pinguin Abstrafung liegt. Schon beim Start von Pinguin gab es einige Verwechslungen. Deshalb erst checken, dann loslegen.
Checkliste: So entkommst Du dem Panda Wenn sich herausstellt, dass Panda der Übeltäter ist, hat Kai Spriestersbach ein paar Tipps bereit. Navigation, URL-Struktur, Seriosität, Qualität, um nur ein paar Stichpunkte zu nennen.
Fazit
Nicht immer muss es das Pinguin Update sein, das einen Absturz im Google Ranking auslöst. Google Penaltys können mehrere Ursachen haben. Die positive Nachricht: Es lässt sich etwas dagegen tun. Eine Erholung abgestrafter Seiten kostet aber viel Energie, Zeit- und Personaleinsatz.
Es kann sein, dass man zunächst nur die Rückkehr auf einem niedrigeren Level schafft. Aber immerhin hat man damit überhaupt wieder eine Ausgangsbasis, auf der man weiterarbeiten kann.
Habt Ihr es auch schon mal geschafft, eine Google Penalty rückgängig zu machen?




{ 3 Kommentare }
ja
und Deine Schilderungen oben sind nicht die schlechtesten.
Gerade Punkt 3 finde ich wichtig. Niemand gesteht gerne Fehler ein. Daher gibt es die Tendenz, sich die Links schön zu reden. Noch “schlimmer” ist es, wenn man das einem Vorgesetzten reporten muss. Da tendiere viele dazu, die Links besser darzustellen, als sie sind. Aus Angst vor Kritik. Als verantwortlicher SEO-Leiter muss man hier eine Atmosphäre schaffen, die den Linkbuildern deutlich macht, dass diese Links in der Vergangenheit ok waren, aber jetzt ein massives Problem darstellen. Man darf keine Vorwürfe für Fehler der Vergangenheit machen, sondern ein Klima des “kommt, wir packen das jetzt” schaffen. Später kann man die Fehler der Vergangenheit analysieren und Maßnahmen ergreifen, dass sie nicht wieder geschehen.
Ich war bisher (zumindest bewusst) noch nie in der Situation mit einer Google Penalty zu kämpfen. Aber ich habe den Eindruck es ist wie immer: Qualität geht vor! Bei SEO und Linkaufbau sowieso aber eben auch beim beseitigen des Schadens. Ich denke die Infos hier können jedem Webmaster helfen sein Vorgehen zu überdenken, danke!