Nielsen.com: Mehr Blogleser trotz Social Media

von am 13. März 2012

Manchmal muss man sich ja selber auf die Schulter klopfen, weil gerade niemand herumsteht, der das für einen macht. Denn der eine oder andere fragt vielleicht, ob es in Zeiten von Facebook, Twitter und Google+ noch sinnvoll ist, einen neuen Blog zu starten. Lesen heute nicht alle nur noch kurze Tweets? Nein, sagt Frank Reed von Marketingpilgrim.com und präsentiert neue Statistiken von Nielsen/McKinsey: Die Zahl der Blogs und Blogleser wächst trotz Social Media konstant.

Die Blogosphäre wächst

Früher war es hip und trendy, wenn man einen Blog hatte. Doch dann kamen 140-Zeichen Mitteilungen und soziale Netzwerke. Seither dümpeln viele Blogs nur noch träge vor sich hin.
Das in etwa war die Gefühlstemperatur von Frank Reed, bis er jüngst auf aktuelle Zahlen von NM Incite bei Nielsen.com stieß. Und die zeigen: Blogging continues to grow (Die Blogosphäre wächst weiter).

Anzahl der Blogs verdoppelt und verdreifacht sich

Die Statistik zeigt, dass während der rasanten Ausbreitung von Social Media in den letzten Jahren die Zahl der Blogs nicht etwa schrumpft, sondern weiter zunimmt. Von 2006 auf 2007 gab es weltweit eine Verdoppelung von 35 Millionen auf 61 Millionen Blogs. Auch im Vergleich von 2009 zu 2007 wurden nochmals doppelt so viele Blogs gezählt (127 Millionen).

Hier die Übersicht in Zahlen (gerundet, Blogs weltweit):

Okt 2006: 35.770 000 Blogs
Okt 2007: 61.353 000 Blogs
Okt 2008: 78.703 000 Blogs
Okt 2009: 127.035 000 Blogs
Okt 2010: 148.452 000 Blogs
Okt 2011: 173.000 000 Blogs
Quelle: NM Incite / Blog.Nielsen.com

80 Millionen Blogleser im Oktober 2011

Jetzt könnte man natürlich sagen, dass mehr Blogs noch nicht bedeuten muss, dass die dann auch gelesen werden. Doch auch die Zahl der Blogleser zieht mit. Jeder vierte aktive Online-User wird in den USA durch Blogs erreicht. Im Oktober 2011 waren es rund 80 Millionen Blogleser (unique Visitors).
Frank Reed von Marketingpilgrim.com führt die Attraktivität von Blogs unter anderem darauf zurück, dass es hier leichter ist, fundierte Informationen auszubreiten („developed thinking“) als in einem kurzen Tweet.

Geschwindigkeit versus inhaltliche Tiefe

Neben der schnellen Information in Kurzmitteilungen bleiben also auch ausführliche Blogposts und Hintergrundberichte wesentlich. Frank Reed: Statt einfach Content Junk Food zu verbreiten, stehen bei Blogs die Inhalte im Vordergrund. Wer sich heute hinsetzt und auch anspruchsvollen Content liest, kann schon morgen von seinem Wissensvorsprung profitieren.

Blogs und Content

Übrigens muss Selber-Bloggen nicht heißen, dass man sich dabei nicht ein wenig coachen lässt, bzw. das Wissen anderer aktiv mit einfließen lässt.
Dazu noch etwas statistisches Material von NM Incite: Über die Hälfte der Blogger sind zwischen 18 und 34 Jahren alt. Sieben von zehn Bloggern in den USA waren auf dem College. Und Blogger nutzen auch den Austausch in den Netzwerken.

Blogs und Social Media

Warum Bloggen und soziale Netzwerke sich parallel so gut entwickeln, zeigen deshalb nebenbei ein paar zusätzliche Zahlen. Denn Blogger sind besonders aktiv, wenn es um die Nutzung der Social Media Kanäle geht. Sie sind doppelt so häufig bereit, bei User-Generated Sites (z.B. Youtube) einen Kommentar zu hinterlassen und beteiligen sich fast dreimal so oft in Foren als andere Online-User.

Kleines Blog-Fazit

Wir freuen uns jedenfalls, dass unsere Entscheidung für einen neuen SEO-Blog nicht ganz daneben liegt. Interessante Infos und Branchennews auch ein bisschen ausführlicher zu beleuchten, ist unser Ziel. Die US-Blogs bieten dabei viele gute Vorlagen.
Vieles von dem, was heute in den USA aktuell ist, schwappt ja nach kurzer Zeit auch nach Europa: Was morgen im SEO-Markt wichtig ist, kann man bei uns im Blog daher schon heute lesen ;-) .
Das ganze wird dann noch mit News von hier, Berichten zu Branchentreffen u.ä. garniert. Blogleser erhalten also ständig neues Futter rund um Suchmaschinenoptimierung und Suchmaschinenmarketing.

So, jetzt ist es aber genug mit dem Selber-auf-die-Schulter-klopfen. Was meint Ihr zur Zukunft der Blogosphäre? Lohnt sich der Aufwand oder ist es Hobby nebenbei? Lest Ihr selber eher Tweets & Co oder nutzt Ihr regelmäßig Blogs zur Informationsgewinnung?

{ 1 Kommentar }

Matthias Mai 28, 2012 um 15:44

Mit den 140 Twitter Zeichen habe ich nie wirklich Freundschaft geschlossen. Allerdings bekomme ich dank Social Media immer mehr Leser, statt weniger. Wen wundert es, es geht um Social Media :)

Für mich ist ein Blog immer eine SCHALTZENTRALE für alle Social Media Aktivitäten, die ich nicht missen möchte.

Ach so, der Blog
http://www.netzschnipsel.de

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